Volkswagen meldet Q3-Verlust von 5,82 Mrd. Euro, Jahresprognose auf fast Null reduziert
Volkswagen AG verzeichnete im dritten Quartal 2026 einen erheblichen Verlust von rund 5,82 Milliarden Euro, was auf finanzielle Belastungen und eine deutliche Revision der Jahresprognose hindeutet. Dieser Rückschlag stellt eine Kehrtwende für den Automobilhersteller dar und lässt ihn auf das erste Jahresverlust seit dem Dieselskandal zusteuern. Die Ergebnisse, die am 29. Oktober veröffentlicht wurden, zeigen ein schwieriges operatives Umfeld, insbesondere in China, und verdeutlichen die finanziellen Auswirkungen strategischer Anpassungen.
Der Abschwung wurde durch einen operativen Verlust von 113 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2026 im Zusammenhang mit den chinesischen Gemeinschaftsunternehmen befeuert, der hauptsächlich auf eine Abschreibung der MEB-Elektrofahrzeugplattform zurückzuführen ist, die auf dem chinesischen Markt keine Akzeptanz fand. Ohne diese Abschreibung wäre das Ergebnis mit 110 Millionen Euro noch positiv ausgefallen. Das Unternehmen rechnet nun für das Gesamtjahr mit einer operativen Rendite von rund Null, eine drastische Reduzierung gegenüber der vorherigen Prognose von 4 bis 5,5 Prozent. Diese revidierte Prognose spiegelt die anhaltenden Schwierigkeiten wider, angesichts des intensiven Wettbewerbs und der sich ändernden Kundenpräferenzen Rentabilität zu erzielen.
Der breitere Kontext zeigt einen schwächeren Automobilmarkt in China und einen zunehmenden Preiskampf im Segment der Elektrofahrzeuge. Volkswagen hat zwar in Europa eine steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen verzeichnet – wobei Elektrofahrzeuge 20% der Auslieferungen und 40% des Auftragsbestands ausmachen –, hat dieser Erfolg sich jedoch noch nicht in einer verbesserten Rentabilität niedergeschlagen. Das Unternehmen lieferte in den ersten neun Monaten des Jahres weltweit 1,89 Millionen Fahrzeuge aus, ein Rückgang von fast 14,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wobei die Auslieferungen in China um 38,5 Prozent auf 406.000 Einheiten sanken.
Zu den Herausforderungen von Volkswagen kommt hinzu, dass das Unternehmen nach dem umstrittenen Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner mit dem US-Präsidenten Donald Trump einer Prüfung unterzogen wird, was zu einer Sondersitzung des Aufsichtsrats führte, um die geplante US-Fabrik und die Auswirkungen des Ereignisses zu erörtern. Der Aktienkurs des Unternehmens ist seit Ende 2025, um fast ein Drittel gefallen, während BYD, ein wichtiger Wettbewerber, in diesem Jahr einen Rückgang der Marktkapitalisierung um 28 Prozent verzeichnete.
Der ausgewiesene Verlust von 5,82 Milliarden Euro für Q3 und das negative Ergebnis von 2,72 Milliarden Euro für die ersten neun Monate 2026 unterstreichen eine deutliche Verschlechterung der finanziellen Leistung von Volkswagen. Der Wandel hin zu Elektrofahrzeugen, der in Europa zwar eine Nachfrage zeigt, gleicht den Rückgang der Verkäufe traditioneller Fahrzeuge und die Herausforderungen auf dem chinesischen Markt derzeit nicht aus. Diese finanziellen Belastungen ereignen sich vor dem Hintergrund eines zunehmenden Wettbewerbs und eines breiteren Abschwungs in der Automobilbranche.